Rathausdach erhält Dachbegrünung - Gründach-Kataster für alle eröffnet

Zwei Teilflächen des Flachdaches des Rathauses wurden als Dachbegrünung nachträglich erstellt. „Die Probeflächen liegen auf dem Dach vor den Ratssälen und sollen als Vorbildprojekt im Bereich Klimawandelanpassung die Vorreiterrolle der Stadt Lennestadt in diesem Bereich verdeutlichen. Nach diesem Pilotprojekt prüfen wir, ob sich weitere Dächer der städtischen Liegenschaften für eine Begrünung eignen“, erläutert Tobias Puspas, Bürgermeister der Stadt Lennestadt, die neue Maßnahme.

Das Thema der Dachbegrünung wurde auch schon in der Bachelorarbeit von Herrn Sergej Neu, Mitarbeiter im Bereich Hochbau der Stadt Lennestadt, im Zusammenhang mit der Sanierung des Rathausdaches behandelt und empfohlen. Die ausführende Firma Belke aus Lennestadt-Grevenbrück ist europaweit im Bereich der Dach-und Fassadenbegrünung tätig und hat die Arbeiten ausgeführt. „Ohne Corona hätten wir für Interessierte eine Baustellenbesichtigung während der Erstellung der Dachbegrünung ermöglicht, das müssen wir unbedingt bei einem anderen Projekt nachholen“, erläutert Martin Rabe, Klimamanager der Stadt Lennestadt.

Was bringt so eine Dachbegrünung für Vorteile?

Dass sich die Tropentage (mit über 30° Celsius)pro Jahr in einer Generation verdoppelt haben, müssen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Besucher im Rathaus Lennestadt jeden Sommer feststellen, wenn es dann in den Büroräumen immer heißer wird. Etwas Abhilfe können Gründächer bieten, weil das Grün auf dem Dach wie ein Hitzeschild wirkt. Das zurückgehaltene Regenwasser kühlt die Umgebung zusätzlich durch die Verdunstung. Gründächer und Photovoltaikanlagen ergänzen sich übrigens sehr gut, denn durch die Verdunstungskühlung sind Ertragssteigerungen bei den PV-Anlagen von bis zu 5 % möglich.Im Winter wirkt das grüne Dach als zusätzliche Wärmedämmung.

Ein Gründach schützt die Dachabdichtung vor extremen Temperaturdifferenzen, UV-Strahlung, Hagelschlag und Krustenbildung und verlängert so die Lebensdauer eines Daches.Die Pflanzen mit dem Substrat halten das Regenwasser zwischen 40 und 99 % zurück, so können Starkregenereignisse gemildert werden. Zusätzlich können Feinstaub und Luftschadstoffe herausgefiltert und im Substrat gebunden, abgebaut und von der Pflanze aufgenommen werden. Das Pflanzenwachstum senkt zudem die CO2-Belastung. Mit seinen ganz vielen Facetten erschließt eine Dachbegrünung so einen ganz neuen Lebensraum.

„Im neuen Gründach-Kataster auf unserer Internetseite kann jeder die Adresse seines Hauses eingeben und erhält danach ganz individuelle Angaben über die Eignung des eigenen Daches als Gründach, über die nutzbare Dachfläche, über die mögliche Feinstaubfilterung und CO2-Einsparung“, so Rabe. Auch eine Kostenschätzung für die angegebene Fläche einer Dachbegrünung wird durch das Gründach-Kataster angegeben.

Für weitere Informationen steht der Klimamanager der Stadt Lennestadt, Martin Rabe, unter E-Mail m.rabe@lennestadt.de oder Telefon 02723/608-120zur Verfügung.

Foto v.l.n.r.: Dipl.-Biol. Martin Rabe(Klimamanager), Bürgermeister Tobias Puspas, Sergej Neu (Hochbau)und Dipl.-Ing. Clemens Belke (GDL Belke GmbH)

Pressemitteilung der Stadt Lennestadt vom 20.11.2020 - Sabine Gerken - Bereich Öffentlichkeitsarbeit

 

 

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